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Böser Sondengänger Viele Medienberichte zeichnen ein abstrus negatives Sondengängerbild.

Sondengänger in den Medien

Ist in den Medien von Sondengängern die Rede, so wissen Journalisten oft Schauerliches zu berichten. Finstere Gestalten durchsuchen ebensolche Wälder mit Metalldetektoren und fänden am laufenden Band kostbare Grabbeigaben, die sie hastig herauswühlen.

Archäologische Befunde seien den Unholden egal, nach getanem Vernichtungswerk verschwänden sie mit irrem Lachen im Nebel und finanzieren ihren verschwenderischen Lebensstil damit, dass sie ihre Funde am nächsten Tag bei Ebay verhökern, wobei sie Gewinnspannen wie im Drogenhandel erzielen. Zurück blieben zerstörte Fundlandschaften und verzweifelte Archäologen, die vor den Trümmern ihres Lebenswerkes stünden.

So oder so ähnlich ist die Darstellung in vielen Medienberichten. Darüber hinaus hört man in der Amtsarchäologie nahestehenden Internetforen oder seitens der Denkmalschutzbehörden teilweise abenteuerliche Forderungen. Wolle man nicht das Ende der Kulturnation Deutschland riskieren, so bliebe nur Eines: Metalldetektoren müssten waffenscheinpflichtig werden, Sucher per GPS-Fußbänder jederzeit ortbar sein und überhaupt müsse man jede Form der Amateurarchäologie, zumindest mit der Metallsonde, verbieten, denn sie bedeute vor allem Zerstörung.

Nun ja. Berichte in der oben genannten Art entbehren nicht eines gewissen Unterhaltungswertes, haben jedoch mit der realen - übrigens eher unspektakulären und hauptsächlich Kosten verursachenden - Suche mit dem Metalldetektor wenig gemein. Sie informieren etwa so gut über Sondengänger wie Graf-Dracula-Filme über Fledermäuse.

Als zumeist alleinige Informationsquelle für solche Darstellungen dienen oft die Denkmalschutzbehörden, die der privaten Metallsuche so ablehnend gegenüberstehen wie keine andere Personengruppe. Entsprechend einseitig informieren sie anfragende Journalisten. Verdienste der Sondengänger für den archäologischen Erkenntnisgewinn bleiben meist unerwähnt, durch sie verursachte Schäden werden überbetont, die Rechtslage wird dramatisiert wiedergegeben.

Wenn man sich als Sondengänger auch irgendwann halbwegs daran gewöhnt, und einige dieser Medienberichte auch nicht ohne unbeabsichtigte Komik sind, so hatte ich dennoch den Wunsch, diese Dinge auch mal sachlich richtig veröffentlicht zu sehen. So entstand diese Website.

Ich bin selber Sondengänger. Das Hauptanliegen dieser Website ist nicht, unparteiisch zu sein, sondern Sondengängern bei der Ausübung ihres Hobbies zu helfen. Dennoch habe mich bemüht, auch die Perspektive der Archäologen und Denkmalschützer zu beschreiben sowie die Sondengänger selber von der Kritik nicht auszunehmen.

Siehe auch

Interessengruppe Journalisten

Nachtrag 22.9.09

Siehe auch "Rezension TV Krimi "Soko 5113 - Tödlicher Fund""

(C) Thorsten Straub, www.sondengaenger-deutschland.de